Viele Typ-2-Diabetiker wehren sich mit Händen und Füßen, wenn sie Insulin spritzen sollen. Sie ziehen die Tabletteneinnahme vor, selbst wenn die Blutzuckerwerte damit schlechter liegen. Über ihre Insulinangst sprechen sie ungern. Mögliche Lösung: statt Insulin spritzen Insulin einatmen.
Derzeit laufen die Einführungsvorbereitungen für das erste inhalierbare Insulin. Womöglich erleichtert es manchem Typ-2-Diabetiker den Einstieg in eine Insulintherapie. Das Inhalationsgerät enthält schnell wirksames Humaninsulin in gepulverter Form. Nach dem Einatmen gelangt es über die tieferen Atemwege rasch in die Blutbahn, der Wirkungseintritt erfolgt so schnell wie bei einem gespritzten Insulinanalogon.
Das Präparat eignet sich für Typ-1-Diabetiker und für Typ-2-Diabetiker, bei denen Tabletten nicht helfen. Allerdings ersetzt das inhalierbare Insulin nicht das Basalinsulin, das intensiviert eingestellte Diabetiker ein- bis zweimal am Tag spritzen. Das heißt: In diesen Fällen bleibt das Spritzen morgens und/oder abends erhalten. Es entfällt aber zu den Mahlzeiten.
Um auf Nummer Sicher zu gehen, müssen Patienten vor der Verordnung des Sprays ihre Lungenfunktion testen lassen und diese Untersuchung alle sechs bis zwölf Monate wiederholen. Raucher und solche, die erst vor wenigen Monaten mit dem Rauchen aufgehört haben, dürfen das inhalierbare Insulin nicht anwenden. Ebenso wenig Patienten mit schweren, instabilen Lungenerkrankungen.
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